20. August 2021

Ideen tanken: Netzwerktreffen im Ethikprojekt »Werte pflegen«

Münster. Wie soll in Pflegeeinrichtungen umgegangen werden mit Sterbewünschen von Klient*innen? Wie gelingt der Erstkontakt, auch mit ihren Gästen sowie An- und Zugehörigen? Wie weit reicht Selbstbestimmung von Klient*innen, auch bei ganz praktischen Alltagsfragen wie z.B. „Rauchen im Zimmer?“

 

Für den reflektierten Umgang mit diesen und weiteren Entscheidungsfragen im Alltag von Altenhilfe- und Hospizeinrichtungen fand nun die Fortbildungsveranstaltung „Ethik im Arbeitsalltag“ statt. Die in Kooperation des Arbeitsbereiches Ethikforum im Bistum Münster und der Akademie Franz-Hitze-Haus angebotene Fortbildung orientiert sich an den Praxiserfahrungen der Teilnehmenden aus den Einrichtungen.

 

Nur durch praxisnahe Instrumente kann Ethik vor Ort gut integriert werden, lautet das Motto des Kurses: „Es geht vor allem darum, dass die Teilnehmenden erleben, dass das Instrument der ethischen Fallbesprechung Leichtigkeit in den herausfordernden Einrichtungsalltag bringt“, sagt Fortbildungsreferent Markus Giesbers, der die Fortbildung konzipiert hat. Der Ethik-Coach und Leiter des St. Elisabeth-Stiftes in Sendenhorst hat in eineinhalb Tagen mit 15 Teilnehmenden daran gearbeitet, das Bewusstsein für Handlungsoptionen zu schulen.

 

Dieses Anliegen konnte gerade durch die Bearbeitung von konkreten Fallsituationen  verwirklicht werden. Die Teilnehmer*innen haben so Verfahren einüben können, wie Wertekonflikte gemeinsam im Team vor Ort bearbeitet werden können. Von den guten Erfahrungen wird die Arbeit in den Einrichtungen profitieren. Und das ist wichtiger denn je: Die ethischen Fragen in der Praxis sind in den letzten Jahrzehnten und nicht zuletzt in der Pandemie deutlich mehr geworden.