9. Juni 2021

Gemeinsam an der Haltung arbeiten. Digitales Ethik-Café zur Suizidhilfe

Münster. Suizid ist Thema in den Einrichtungen – nicht nur seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Aufhebung des Verbotes geschäftsmäßiger Suizidhilfe im vergangenen Jahr. In der Praxis machen Mitarbeitende allerdings ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Sterbewünschen von Klient*innen, so eine Einsicht des gestrigen digitalen Ethik-Cafés »Haltungen zur Sterbehilfe«.

 

Oftmals ist in der Begleitung von Menschen am Lebensende die Frage leitend, was in leidvollen Lagen, ohne wirkliche Aussicht auf Besserung, noch an Zuspruch gegeben werden kann. „Die palliativmedizinischen Möglichkeiten sind nur eine Seite des Umgangs mit Schmerzen“, sagte eine Teilnehmerin. „Es gibt auch seelische Schmerzen, denen nicht ohne Weiteres beizukommen ist“. Eine weitere Frage ist, wann der geäußerte Wille eines leidenden Menschen als eigenverantwortlich gilt und wann einem Sterbewunsch eher zu misstrauen ist.

 

Mit Bildmaterial, Filmszenen, Fallbeispielen, Positionierungsübungen, aktuellen Informationen und viel Dialoganteilen bot das Ethik-Café einen dienlichen Rahmen, um an der eigenen Haltung zu arbeiten. „Dieses Format ist ‚ein‘ Baustein, um in einen konstruktiven Dialog bei dem für kirchliche Einrichtungen besonders schwierigen Thematik zu kommen“, sagte Andreas Gerdes, Palliativbeauftragter aus Borken, der gemeinsam mit Dr. Boris Krause vom Diözesancaritasverband durch die Veranstaltung führte. In einem weiteren Schritt werde es darum gehen, „weiter an einer Haltung und letztlich an einer klaren Positionierung im Umgang mit dem Thema ‘Assistierter Suizid’ für Mitarbeitende und Einrichtung zu gelangen“, so Gerdes weiter.

 

Doch bei aller Dialogmöglichkeit: Die Thematik ist sperrig – und das wird sie bleiben. In Einrichtungen, in denen Suizidassistenz derzeit noch kein „großes“ Thema ist, wird davon ausgegangen, dass zukünftig vermehrt Klient*innen danach fragen, so die Einschätzung eines Teilnehmers.

 

Mit einem Gesetz zur Regelung der Suizidassistenz in dieser Legislaturperiode des Deutschen Bundestages rechnen allerdings nur noch Wenige.

9. Juni 2021

Gemeinsam an der Haltung arbeiten. Digitales Ethik-Café zur Suizidhilfe

Münster. Suizid ist Thema in den Einrichtungen – nicht nur seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Aufhebung des Verbotes geschäftsmäßiger Suizidhilfe im vergangenen Jahr. In der Praxis machen Mitarbeitende allerdings ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Sterbewünschen von Klient*innen, so eine Einsicht des gestrigen digitalen Ethik-Cafés »Haltungen zur Sterbehilfe«.

 

Oftmals ist in der Begleitung von Menschen am Lebensende die Frage leitend, was in leidvollen Lagen, ohne wirkliche Aussicht auf Besserung, noch an Zuspruch gegeben werden kann. „Die palliativmedizinischen Möglichkeiten sind nur eine Seite des Umgangs mit Schmerzen“, sagte eine Teilnehmerin. „Es gibt auch seelische Schmerzen, denen nicht ohne Weiteres beizukommen ist“. Eine weitere Frage ist, wann der geäußerte Wille eines leidenden Menschen als eigenverantwortlich gilt und wann einem Sterbewunsch eher zu misstrauen ist.

 

Mit Bildmaterial, Filmszenen, Fallbeispielen, Positionierungsübungen, aktuellen Informationen und viel Dialoganteilen bot das Ethik-Café einen dienlichen Rahmen, um an der eigenen Haltung zu arbeiten. „Dieses Format ist ‚ein‘ Baustein, um in einen konstruktiven Dialog bei dem für kirchliche Einrichtungen besonders schwierigen Thematik zu kommen“, sagte Andreas Gerdes, Palliativbeauftragter aus Borken, der gemeinsam mit Dr. Boris Krause vom Diözesancaritasverband durch die Veranstaltung führte. In einem weiteren Schritt werde es darum gehen, „weiter an einer Haltung und letztlich an einer klaren Positionierung im Umgang mit dem Thema ‘Assistierter Suizid’ für Mitarbeitende und Einrichtung zu gelangen“, so Gerdes weiter.

 

Doch bei aller Dialogmöglichkeit: Die Thematik ist sperrig – und das wird sie bleiben. In Einrichtungen, in denen Suizidassistenz derzeit noch kein „großes“ Thema ist, wird davon ausgegangen, dass zukünftig vermehrt Klient*innen danach fragen, so die Einschätzung eines Teilnehmers.

 

Mit einem Gesetz zur Regelung der Suizidassistenz in dieser Legislaturperiode des Deutschen Bundestages rechnen allerdings nur noch Wenige.