Foto: Michael Feuersenger

13. September 2021

„Eine neue Perspektive gewonnen“. Ethik im Leitungskurs Pflege

Der Alltag Pflegender ist anspruchsvoll, aber auch herausfordernd – nicht zuletzt, wenn es um Entscheidungen geht, die das Wohl und die Selbstbestimmung pflegebedürftiger Menschen betreffen. Das spiegelt sich seit Jahren in der Caritas-Leitungsqualifizierung wider, in der Mitarbeitende aus den Bereichen der stationären und ambulanten Altenhilfe sowie aus Krankenhäusern zu Führungskräften ausgebildet werden. An drei Tagen befassen sie sich mit Grundlagen der Ethik und ethischer Fallbesprechung. So auch im aktuellen Kurs, der sich neben klassischen Inhalten der Ethik mit ganz aktuellen Wertekonflikten der Pandemie-Zeit auseinandersetzte. Die meisten Einrichtungen, in denen die Teilnehmenden tätig sind, haben die Erfahrung gemacht, dass Bewohner und Teammitglieder gut durch die Zeit gekommen sind, mit Herausforderungen zwischen Freiheit und Gesundheitsschutz.

 

Auch der Leitungskurs selbst, der im Januar 2020 startete, wurde durch Corona komplett improvisiert und umstrukturiert – nicht zum Nachteil für die ethische Diskussion: „Allein die Fragen, die durch die Pandemie aufgeworfen wurden, kann Veranstaltungen für ethische Reflexion füllen“ sagt Dr. Boris Krause, Dozent vom Diözesancaritasverband, der neben Norbert Jömann vom Ethikkomitee des UKM den Kurs gestaltet. Fragen der Freiheitseinschränkungen und Sicherheit von Klient*innen in Altenhilfeeinrichtungen und ambulanten Diensten, von Triagierung in Kliniken und Impfpflicht sind echte Wertkonflikte. Hier bringt ethische Reflexion einen souveräneren Umgang.

 

Am Ende des Kurses stand so auch die Einsicht, dass ethische Kompetenz einen Unterschied macht und Dinge neu bewerten lässt – oder wie eine Teilnehmerin formulierte: „Ich habe eine neue Perspektive für meine Arbeit gewonnen“.